Mein Name ist „Dirk“ und ich frage mich fast schon mein Leben Lang, was muss im Kopf von Eltern vorgehen, um ihr Kind, ein neugeborenes unschuldiges kleines Wesen, Dirk zu nennen. Nicht für eine Woche aus Scherz, sondern lebenslang. War das eine Strafe schon bevor man gesündigt hat? Dieser Name klingt wie ein kurzes Ereignis, wie ein Blitzschlag. Da ist nichts schönes oder niedliches dran, es ist einfach da. Man nimmt es wahr, aber man wünscht es sich auch nicht.
Heute habe ich mal die Bedeutung von Dirk recherchiert ,und dann klingt es gar nicht mehr so erniedrigend:
Der Name Dirk klingt heute vielleicht nach norddeutscher Deichbrise, ist aber eigentlich ein waschechter Karrierist der Etymologie. Er ist die kurzangebundene, niederdeutsche Form von Diederich, was sich aus dem althochdeutschen Diutrich ableitet. Zerlegt man das Ganze faktisch, landet man bei den Wörtern „diot“ (das Volk) und „richi“ (mächtig oder reich). Wer also einen Dirk ruft, verlangt eigentlich nach dem „Herrscher des Volkes“. Historisch gesehen steckt in dem Namen eine Menge Verantwortung und ein Hauch von mittelalterlichem Management-Stil. Dass die Welt heute beim Namen Dirk eher an einen unkomplizierten Typen von nebenan denkt als an einen krone tragenden Volksbeherrscher, zeigt nur, dass sich manche Namen über die Jahrhunderte glücklicherweise ein deutlich entspannteres Image zugelegt haben.
Vielleicht haben meine Eltern sich gewünscht, dass ich ein Herrscher werde. Allerdings kann ich aus meiner langjährigen Erfahrung sagen, dass ich es mir nicht vorstellen kann, dass das die Absicht war, weil ein Herrschen neben der Familienhierarchie nicht geduldet wurde. Dazu muss ich sagen, dass ich nie ein Volksherrscher hätte sein wollen. Das ist viel zu anstrengend und sollte man diesen Posten haben und nicht korrupt sein sollte, dann lohnt sich das Ganze für einen absolut nicht. Ich stelle mir vor, als Herrscher von Deutschland würde ich wirklich Tag und Nacht fleißig sein und nur das Beste für mein Volk wollen, und jeden Morgen lese ich in der Zeitung, was für ein unfähiger Vollpfosten ich bin. Für die Jüngeren unter uns war die Zeitung sowas wie Facebook oder für die noch Jüngeren Instagram oder X.
Solange meine Hunde abends auf dem Sofa liegen wollen, und somit ich dort nicht liegen kann, bezeichne ich mich mal nicht als Herrscher, sondern mehr als ein Junge, der sich an die jeweilige Situation anpasst. Und wieder konnte ich meine Eltern enttäuschen.

„Man braucht viel Zeit, um jung zu werden.“
– Pablo Picasso
Geboren wurde ich an einem Mittwoch im Mai 1968. Genau gesagt war es der 29. Mai, genau einen Tag nach Kylie Minogue. Am 29.05.1968 war der Mond zu etwa 5 % sichtbar (zunehmende Sichel). Er war also nur als ganz schmale Sichel am Abendhimmel zu sehen. Komisch, dass ich mir das merken konnte, wo ich doch sonst immer alles vergesse.
Ich denke, viel mehr muss man über mich nicht wissen, weil es nichts zu meiner Mission beitragen würde. Nun habe ich eben den vorherigen Satz nochmal gelesen und ich frage mich, warum ich das Wort „Mission“ genommen habe. Ich will doch niemanden missionieren.
Die Herkunft des Wortes „Mission“.
Es leitet sich vom lateinischen Substantiv missio ab, was „Sendung“, „Aussendung“ oder „Entlassung“ bedeutet. Dieses Wort stammt wiederum vom Verb mittere ab, was schlichtweg „schicken“ oder „senden“ heißt.
Die historische Entwicklung
Antike: Ursprünglich wurde es ganz pragmatisch verwendet, etwa für das Absenden eines Boten oder die Entlassung von Soldaten aus dem Dienst.
Religiöser Kontext: Im 16. Jahrhundert (durch den Jesuitenorden) bürgerte sich der Begriff für die Verbreitung des Glaubens ein – man wurde „ausgesandt“, um eine Botschaft zu überbringen.
Moderne: Heute nutzen wir es eher für einen klaren Auftrag oder ein wichtiges Ziel, ob in der Diplomatie, bei der NASA (Weltraummission) oder eben bei einem persönlichen Projekt.
Wenn der Camino Francés meine Mission ist, wer hat mir denn dann diesen Auftrag erteilt? Ich denke mal ich selber, was dann bedeuten würde, dass ich doch ein Herrscher bin. Der Herrscher meiner Welt. Zusammengefasst: Wer bin ich? Dirk, momentan 57 Jahre alt.
Und wie sieht es bei dir aus? Bist du auch ein „Dirk“ (oder eine „Dörte“), der mit seinem Namen erst im Laufe der Jahrzehnte Frieden schließen musste? Oder hast du dir selbst auch gerade eine Mission auferlegt, die dich nachts nicht schlafen lässt?
Schreib es mir unten in die Kommentare, ich freue mich darauf, von anderen „Herrschern ihrer eigenen Welt“ zu hören!

